Teilnahme

Motivation zur Projektteilnahme

Klimawandel und Milchproduktion

Die Klimaerwärmung ist in aller Munde und definitiv auch in der Milchproduktion angekommen. Gemeinsam mit Emmi, Nestlé und ZMP startete aaremilch das Ressourcenprojekt KlimaStar Milch, um die Klimawirkungen der Milchproduktion genauer zu untersuchen. Es sollen vielversprechende Massnahmen geprüft werden, mit welchen die Milchproduktion standortangepassterer und klimafreundlicher wird. Das Projekt KlimaStar Milch wird vom Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) unterstützt und startete im Januar 2022. Nebst dem Verein AgroCleanTech und den BBZN Hohenrain, Liebegg und Inforama begleiten auch wissenschaftliche Institute wie die Berner Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL) und die ETHZ das Projekt.

20 Prozent weniger Treibhausgas-Emissionen

Mit Hilfe verschiedener Massnahmen sollen die Treibhausgas-Emissionen der Milchproduktion um 20 Prozent gesenkt werden. Gemessen wird dies an den CO2-Emissionen pro Liter Milch und am absoluten CO2-Ausstoss der Milchproduktion. Um dieses Ziel zu erreichen wird an den folgenden wichtigen Hebeln angesetzt: Fütterung, Herdenmanagement, Energie und Hofdünger. Für die Messung der Fortschritte kommen wissenschaftlich fundierte Erhebungsmethoden und ein eigens entwickeltes Analysetools zum Einsatz.

Auch im Bereich Nahrungsmittel- und Flächenkonkurrenz sollen ehrgeizige Reduktionsziele erreicht werden. Man spricht von Nahrungsmittelkonkurrenz, wenn bei Tieren Futtermittel zum Einsatz kommen, die auch für die menschliche Ernährung geeignet wären. Flächenkonkurrenz entsteht, wenn Futtermittel von Ackerflächen stammen, auf denen auch Nahrungsmittel angebaut werden könnten. Mit Hilfe von ressourcenschonenden Fütterungsmethoden und einer graslandbasierten Milchproduktion sollen diese unerwünschten Wechselwirkungen vermindert bzw. reduziert werden. Das Thema Flächenkonkurrenz wird in einer freiwilligen Vertiefungsmodul bei rund einem Drittel der Betrieben untersucht.

Attraktive Anreize für die Milchbetriebe

Teilnehmende Betriebe erhalten eine praxisnahe und betriebsspezifische Analyse des CO2-Fussabdrucks ihrer Milch. Daraus werden in Zusammenarbeit mit der landwirtschaftlichen Beratung individuelle, an Standort und Betrieb angepasste Strategien zur Emissionsreduktion erarbeitet. Die teilnehmenden Betriebe wählen frei die zu ergreifenden Massnahmen aus. Ein wirkungsorientiertes Prämienmodell bietet eine faire Entschädigung für die Umsetzung auf den Betrieben. Die Laufzeit des Projekts ist auf sechs Jahre angelegt. Die wissenschaftlich abgestützten Resultate des Projekts werden mithelfen, die Treibhausgas-Emissionen der Milchwirtschaft noch weiter zu reduzieren.

Die Teilnehmenden lernen den CO2-Fussabdrucks ihrer Milch nachhaltig zu reduzieren und ihren Betrieb für die Zukunft fit zu trimmen, wofür sie eine faire Entschädigung erhalten.

Detaillierte Informationen dazu finden sich in der Präsentation der Informationsveranstaltung hier.

Projektablauf

  • Feb - Mär 2022
    -> Betriebsrekrutierung

  • Ende Apr 2022
    -> Verträge mit Betrieben abgeschlossen

  • Mitte Mai - Jun 2022
    -> Workshops zur Erhebung der Ausgangslage

  • Mitte Jul 2022
    -> KLIR-Berechnung der Ausgangslage
    -> Festlegung der betriebsindividuellen Reduktionsziele
    -> Plausibilisierung der Daten

  • Mitte August - Ende Sep 2022
    -> Massnahmenworkshops mit Auswahl von Basismodul und Massnahmen

  • Ab Aug 2022 - Projektende
    -> Einzelbetriebliche Beratungen

  • Ende Aug 2022
    -> Beginn der Nachhaltigkeitsanalyse (RISE)

  • Bis Ende Sep 2022
    -> Ziel- und Modulwahlvereinbarungen sind abgeschlossen

  • jeweils Ende Jan ab 2023
    -> Jährliche Erhebung KLIR Tool, Massnahmenworkshop

  • Februar 2023
    -> Workshop Flächenkonkurrenz für Betriebe mit Vertiefungsmodul

  • März 2023
    -> Thematischer Workshop, Überarbeitung Massnahmenwahl

  • jeweils April ab 2023
    -> Auszahlung der Prämien an die Betriebe

Teilnehmende Betriebe

Am Mittwoch 2.3.2022 und Donnerstag, 10.03.2022 wurde jeweils rund 150 Interessierten in einer Online-Veranstaltung das Projekt KlimaStaR Milch vorgestellt. Die Präsentation der Veranstaltung ist hier.

Bis Anmeldeschluss Mitte März 2022 hatten sich 474 Betriebe mit 140 Millionen Kilogramm Milch für eine Projektteilnahme gemeldet. Insgesamt kann im Projekt eine maximale Milchjahresmenge von 60 Millionen Kilogramm teilnehmen.

Die Projektträgerschaft wählte 238 teilnehmende Betriebe aus. Dabei wurden folgende Kriterien angewendet:

  • Angemessene Vertretung der verschiedenen Regionen

  • Angemessene Vertretung Berg- und Talgebiet

  • Unterschiedliche Produktions- und Betriebsformen

  • Unterschiedliche Betriebsgrössen

  • Bereitschaft für Teilnahme in der Vertiefungsmodul

  • Anmeldedatum

Mit den ausgewählten Betrieben wurde Ende April der Teilnahmevertrag abgeschlossen.

Die Abbildung zeigt die Gemeinden der teilnehmenden Betriebe und die Zuordnung zu den landwirtschaftlichen Beratungszentren Liebegg AG (blau), Hohenrain LU (grün) und Inforama BE Rütti (gelb), Inforama BE Berner Oberland (orange) und Inforama BE Emmental (braun)

Fragen und Antworten

Eine Zusammenstellung der wichtigsten Fragen und Antworten finden Sie hier.

Die Präsentation der Informationsveranstaltung hier gibt einen detaillierten Überblick über die Projektziele und -inhalte.

Bei weitergehenden Fragen stehen wir Ihnen gern unter info@klimastar-milch.ch zur Verfügung.